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Nutzung von Crowdsourcing im Katastrophenfall - Beispiel Fukushima

von Sebastian Jünemann

Vor ein paar Tagen bin ich auf der Technology Review-Plattform auf dieses wissenschaftliche und zugleich menschliche Crowdsourcingprojekt gestoßen:

Vor etwa mehr als zwei Jahren ereignete sich in Japans Provinz Fukushima, aufgrund schwerer Erdbeben, eine  Katastrophe in den Reaktoren bei einem der ortsansässigen Kraftwerke, wo die Folgen trotz der noch wenigen aktuellen Berichte die Region heute noch verblieben sind. Doch stellt sich hiermit auch die Frage, wie sich das Strahlungsniveau aktuell entwickelt hat und ob Verbesserungen in Aussicht gestellt werden können. Seitens der Regierung Japans existieren hierfür zwar Daten, diese werden jedoch als unzuverlässig eingestuft und sind für die Bevölkerung auch nur eingeschränkt zugänglich.

Dank des Crowdsourcings- und in Teilen zugleich Crowdfundingprojektes "Safecast" wurde kurz nach dem Ereignis der radioaktiven Strahlung eine öffentlich zugängliche sowie finanzierte Alternative geschaffen. Dabei hatte die freiwillige Masse an Nutzern durch die sogenannte Schwarmfinanzierung zwei Optionen der Unterstützung: Entweder in Form eines 1000 Dollar teuren fertigen Gerätes oder optional eines 450 Dollar Selbstbausets zur Messung der Strahlung. Die davon erfassten Daten an den verschiedenen Standorten gelangten durch die Benutzer anschließend übers Internet zum Projekt selbst.

Als Resultat erreichte die Karte seit August 2013 eine Anzahl von mehr als 10 Millionen verteilten Datenpunkten und zeigte mit diesen auch sehr detaillierte Ergebnisse der Strahlungen auf. Nach Einschätzung der Experten nimmt die Radioaktivität in der Übersicht an einigen Stellen schneller ab als es eigentlich sein düfte, was als positives Ergebnis gesehen werden kann.

Seit dem Juli 2013 ist Crowdsourcing für mich nicht mehr nur im Rahmen meiner Hausarbeit ein wichtiges Thema geworden, sondern steht wegen der vielen Möglichkeiten sowie Chancen dahinter durchgängig im Fokus. In Deutschland ist es aktuell leider noch nicht so stark verbreitet wie es bereits im Ausland der Fall ist. Insbesondere die USA haben einiges an solchen erfolgsversprechenden Projekten in den verschiedensten Bereichen anzubieten.

 

Die offizielle Seite von Seacast mit dem Kartenmaterial ist hier zu finden.

 

Quelle: Technology Review

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